Glossar

Alltagsbewegung

Unter Alltagsbewegung sind diejenigen körperlichen Aktivitäten zu verstehen, die im Alltag verrichtet werden. Dazu zählen unter anderen Bewegungsaktivitäten im Kontext der Familie, der Hausarbeit sowie Aktivitäten zum Zwecke der Fortbewegung und Mobilität (vgl. Geuter, 2010).  Im Gegensatz zum Sport ist Alltagsbewegung nicht an feste Zeiten, Pläne oder Richtwerte gebunden. Vielmehr zeichnet sich diese durch einen sehr individuellen Rahmen und Umfang aus. Beispiele für Alltagsbewegung sind das Treppensteigen oder das Einkaufen zu Fuß.

Bewegungsförderung

Bewegungsförderung beinhaltet Maßnahmen und Aktivitäten zur Unterstützung und zum Ausbau gesundheitsförderlicher körperlicher Aktivitäten. Bewegungsförderung ist ein Prozess und trägt zur Stärkung von Gesundheitsressourcen sowie einem aktiven Lebensstil bei. (vgl. Geuter, 2010)
Bewegungsförderung umfasst unter anderem die Förderung von Alltagsbewegung.

Empowerment

Empowerment hat zum Ziel, dass Menschen Kompetenzen und  Fähigkeiten aufbauen und weiter entwickeln, ihre soziale Umwelt und ihr Leben selbst zu gestalten, um ein eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben zu führen (Gesundheit Berlin-Brandenburg, 2010, S. 23).

Evaluation

Unter Evaluation versteht man das systematische Sammeln, Analysieren und Bewerten von Informationen über Aktivitäten, Eigenschaften und Ergebnisse von Angeboten, Personen und Produkten. Durch Evaluation werden wichtige Erkenntnisse über Stärken und Schwächen eines Angebots gewonnen. Dadurch verbessern sich die Grundlagen für angebotsbezogene Entscheidungen und es wird eine Basis für die Erhöhung der Effektivität und Effizienz geschaffen. (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2010, S. 561)

Gesundheitsförderung

Gesundheitsförderung ist nach dem Verständnis der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Konzept, das bei der Analyse und Stärkung der Gesundheitsressourcen und –potenziale der Menschen und auf allen gesellschaftlichen Ebenen ansetzt. Sie zielt darauf, Menschen zu befähigen, ihre Kontrolle über die Faktoren, die ihre Gesundheit beeinflussen, zu erhöhen und dadurch ihre Gesundheit zu verbessern (Empowerment). Gesundheitsförderung ist ein komplexer sozialer und gesundheitspolitischer Ansatz und umfasst ausdrücklich sowohl die Verbesserung von gesundheitsrelevanten Lebensweisen als auch die Verbesserung von gesundheitsrelevanten Lebensbedingungen. (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2010, S. 564)

Gesundheitssport

In Abgrenzung zum Breiten-, Leistungs-, Hochleistungs- und Spitzensport stehen im Gesundheitssport die Erhaltung und die Wiedererlangung der Gesundheit im Vordergrund. Der Wettkampfcharakter und die herausragende Leistung sind im Gesundheitssport dagegen nachrangig. (vgl. Geuter, 2010)

Gesundheitsförderliche körperliche Aktivität

Gesundheitsförderliche körperliche Aktivität umfasst Bewegung in verschiedenen Lebensbereichen und ist im Sinne eines aktiven Lebensstils zu verstehen. Sie beinhaltet zum einen Bewegungsaktivitäten in der Freizeit, beispielsweise das Ausüben von Gesundheitssport. Zum anderen schließt gesundheitsförderliche körperliche Aktivität jedoch auch Alltagsbewegung oder Bewegung im Kontext der Erwerbstätigkeit ein. (vgl. Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen, 2010)

Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner

Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner können Akteurinnen und Akteure sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, aber auch Institutionen, Organisationen oder Netzwerke sein. Durch die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern können Synergieeeffekte erzielt und Ressourcen gebündelt werden und das Vorhaben vereinfacht beziehungsweise in seiner Effektivität gesteigert werden.

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Gesundheitsförderung sind alle Personen oder Gruppen, die professionell oder ehrenamtlich auf Gesundheitsförderung und Prävention bei den Zielgruppen hinwirken (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2010, S.567).

Netzwerk

Ein Netzwerk zielt auf eine Verbindung und Vernetzung unterschiedlicher Akteure und Ebenen durch Kontakte und Festlegung von Standards. In diesem Sinne werden im Rahmen eines Netzwerkes ein verbindlicher, ergebnisorientierter Austausch zwischen den Akteuren sowie eine Konsensbildung über gemeinsame Ziele und Vorgehen angestrebt. (vgl. Heusinger, 2010)

Niedrigschwelligkeit

Niedrigschwellige Angebote warten nicht darauf, dass die Zielgruppen Kontakt zu ihnen aufnehmen, sondern gehen auf sie zu. Als geeignete Wege werden unter anderen das Aufsuchen der Zielgruppe in ihrer Lebenswelt, zielgruppenorientierte Öffnungszeiten von Einrichtungen und offene Angebote zur Kontakterleichterung angesehen. (vgl. Gesundheit Berlin-Brandenburg, 2010)

Ottawa-Charta

Die Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation wurde auf der ersten internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung am 21. November 1986 in Ottwa verabschiedet. Die Charta ist ein Plädoyer zu aktivem Handeln für das Ziel „Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000“ und darüber hinaus. Sie ist ein zentrales Dokument für die Gesundheitsförderung. (Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen, 2010, S. 152)

Partizipation

Partizipation bedeutet Teilhabe und Selbstbestimmung von Bürgerinnen und Bürgern bei allen wesentlichen Fragen ihrer Lebensgestaltung. Im Sinne der Ottawa-Charta zielt Partizipation als ein zentrales Prinzip der Gesundheits- und Bewegungsförderung auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zu Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. (vgl. Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen, 2010, S. 153)

Prävention

Prävention ist die Verhütung von Krankheiten durch vorbeugende Maßnahmen zur Ausschaltung von Krankheitsursachen und -risiken, durch Früherkennung und Frühbehandlung oder durch die Vermeidung des Fortschreitens einer bestehenden Krankheit. (Gesundheit Berlin-Brandenburg, 2010, S.24)

Projekt

Projekte sind konkrete Handlungen oder ein Set konkreter Handlungen mit festgelegten Terminen und Verantwortlichkeiten, die durchgeführt werden, um ein Ziel oder ein Zwischenziel zu erreichen. Projekte sind zeitlich begrenzte Vorhaben. (Gesundheit Berlin-Brandenburg, 2010, S.24)

Räumlicher Bezug

Im Kontext der Projekt- und Produktbeschreibungen in der Datenbank ist unter dem räumlichen Bezug der Ort zu verstehen, an dem ein Angebot durchgeführt beziehungsweise ein Produkt eingesetzt wird.

Regionale Knoten

Die Regionalen Knoten sind in den Bundesländern i.d.R. an die Landesvereinigungen für Gesundheit angeschlossen und fungieren auf Landesebene als Kontakt- und Koordinierungsstellen des Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“. Primäres Ziel der Regionalen Knoten ist der Kompetenz- und Strukturaufbau in den Ländern. Zu diesem Zweck unterstützen die Regionalen Knoten die Vernetzung bei der soziallagen-bezogenen Gesundheitsförderung, tragen zur Weiterentwicklung der Praxis bei und stärken das Thema "Gesundheitliche Chancengleicheit" in den Ländern. (vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2010)

Ressourcen

Unter Ressourcen sind Bedingungen und Voraussetzungen zu verstehen, die für die Planung, Durchführung und Evaluation eines Projektes notwendig sind. Ressourcen sind beispielsweise Räume, Zeit, Personal, Geld und Sachmittel, aber auch Kompetenzen, Erfahrungen und Netzwerk-Kontakte.

Risikofaktoren

Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Krankheiten. Es gibt zum einen genetische, physiologische und psychische Risikofaktoren. Zum anderen werden aber auch bestimmte gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen oder regionale, umweltbezogene Bedingungen den Risikofaktoren zugeordnet. (vgl. Gesundheit Berlin-Brandenburg, 2010)

Setting/ Lebenswelt

Unter Setting wird ein soziales System verstanden, welches die Vielzahl relevanter Umwelteinflüsse auf eine bestimmte Personengruppe umfasst. Gleichzeitig ist es ein System, in dem die Gestaltung dieser Bedingungen von Gesundheit und Krankheit möglich ist. Beispiele für Settings sind Kommunen, Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäuser und Betriebe. (Gesundheit Berlin-Brandenburg, 2010, S. 24).

Settingansatz der Gesundheitsförderung

Der Settingansatz ist eine Kernstrategie der Gesundheitsförderung und zielt auf die Integration von mehr Gesundheit in die Lebenswelten der Menschen. Der Ansatz beinhaltet sowohl verhaltens- als auch verhältnisorientierte Maßnahmen. Angebote, die den Settingansatz berücksichtigen, gehen daher nicht nur auf das gesundheitsrelevante Wissen, Einstellungen und das Verhalten Einzelner ein, sondern fokussieren ebenso Umweltfaktoren, die Einfluss auf die Gesundheit der Menschen einer Lebenswelt haben. (vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2010)

Soziale Teilhabe

Unter sozialer Teilhabe ist die Beteiligung an und Einbindung von Menschen in gemeinsame Aktivitäten, Tätigkeiten und Geschehnisse ihrer Lebenswelt zu verstehen.

Zielgruppe

Eine Zielgruppe sind diejenigen Gruppen oder Personen, auf die ein Angebot oder eine Strategie abzielen (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2010, S. 574). Die angesprochenen Zielgruppen sollten möglichst präzise beschrieben und in ihren konkreten Lebenszusammenhängen erfasst werden.

Zugangswege

Zugangswege zu Zielgruppen werden durch Materialien, Methoden und Personen geschaffen, die Akteure nutzen, um bestimmte Gruppen oder Personen zu erreichen und für die Teilnahme an einem Angebot zu gewinnen. Ein Zugang zu Migrantinnen und Migranten kann zum Beispiel durch die Kooperation mit entsprechenden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gelegt werden.

Quellennachweise

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.) (2010). Kriterien guter Praxis in der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten. Ansatz – Beispiele – Weiterführende Informationen (4. Aufl.). Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
  • Geuter, G. (2010). Bewegung, Bewegungsförderung und Gesundheit – Befunde aus der Wissenschaft. In: Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.). Alltagsnahe Bewegungsförderung 60+. Wissenschaftliche Grundlagen und Praxisimplikationen. Dokumentation der Regionalkonferenz „Bewegung im Alter“. LIGA.Fokus 6 (S.19-29). Düsseldorf: LIGA.NRW.
  • Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen (2010). Bewegungsförderung 60+. Ein Leitfaden zur Förderung aktiver Lebensstile im Alter. LIGA.Praxis 6. Düsseldorf: LIGA.NRW.
  • Gesundheit Berlin-Brandenburg (2010). Aktiv werden für Gesundheit – Arbeitshilfen für Prävention und Gesundheitsförderung im Quartier. Heft 5. Berlin: Möller Druck und Verlag GmbH.
  • Heusinger, J. (2010, September). Netzwerken für gesundes Alter(-n). Impulsbeitrag im Workshop „Netzwerke, Runde Tisch, Arbeitskreise“ der Fachtagung „Gesund als werden im Kiez“, Berlin.

Hinweis

Weiterführende Informationen zu den aufgeführten und weiteren Begriffen finden Sie auf den folgenden Internetseiten.

www.leitbegriffe.bzga.de
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat auf ihren Internetseiten ein umfangreiches Glossar zu den Leitbegriffen der Gesundheitsförderung erstellt.

www.gesundheitliche-chancengleichheit.de
Auf den Internetseiten des Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ werden im Zusammenhang mit Good Practice und den Good Practice Kriterien wesentliche Begriffe definiert und erläutert.

www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de
Die Internetseiten zum Thema Partizipative Qualitätsentwicklung beinhalten ebenfalls ein Glossar und liefern zudem umfangreiche Informationen über die partizipative Planung und Umsetzung von soziallagenbezogener Gesundheitsförderung.

www.quint-essenz.ch
Im Fokus der Website steht das Projektmanagement in der Prävention und Gesundheitsförderung. Neben Instrumenten zur Planung und Umsetzung von Projekten, enthalten die Internetseiten von quint-essenz auch ein Glossar, in dem thematisch wichtige Begriffe definiert sind.

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